Biographie

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Edward Alexander MacDowell wurde am 18. Dezember 1860 in New York geboren. Mit acht Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht bei Juan Buitrago, einem Freund der Familie, später bei Paul Desvernine und der venezuelanischen Pianistin Teresa Carreño. 1876 bestand er die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium, wo er unter anderem auch Claude Debussy kennenlernte, und konnte seine musikalische Ausbildung als Schüler des Pianisten Antoine-François Marmontel und des Theoretikers und Komponisten M. Gabriel Augustin Savard fortsetzen.
Um seine Studien zu erweitern und zu vervollständigen, zog MacDowell 1878 nach Wiesbaden, wo er zunächst bei Louis Ehlert lernte. Ein Jahr später wurde er Schüler am Dr. Hoch's Konservatorium Frankfurt bei Carl Heymann (Komposition) und Joachim Raff (Klavier). Als Heymann 1881 das Konservatorium verließ, schlug er MacDowell als seinen Nachfolger vor, doch wurde er trotz des regen Zuspruchs durch Raff von den anderen Professoren aufgrund seines geringen Alters abgelehnt.

Stattdessen erhielt er eine Anstellung am Konservatorium in Darmstadt und unterrichtete zugleich mehrere Privatschüler, darunter auch seine spätere Ehefrau Marian Nevins. In dieser Zeit entwickelte er eine große Begeisterung für die Werke von Goethe und Heine, Byron und Shelley, von denen er später mehrere Texte vertonte. Auf Ansinnen Raffs hin besuchte er 1882 Franz Liszt in Weimar, um ihm sein Erstes Klavierkonzert op. 15 vorzustellen, was mit dessen Empfehlung im darauffolgenden Jahr zusammen mit den beiden Modern Suites op. 10 und op. 14 von Breitkopf&Härtel veröffenetlicht wurde - die ersten Kompositionen von MacDowell, die im Druck erschienen sind. In den folgenden beiden Jahren entstand eine Vielzahl von Werken, darunter mehrere Lieder und Klavierzyklen.

1884 heiratete MacDowell seine ehemalige Schülerin Marian Nevins und bewarb sich am Konservatorium Würzburg, ein Jahr später an der Royal Academy of Music in Edinburgh, wurde aber in beiden Fällen aufgrund seiner Nationalität und seines Alters abgelehnt. Noch im gleichen Jahr, 1885, zog MacDowell mit seiner Frau von Frankfurt nach Wiesbaden, stellte mehrer größere Kompositionen fertig und konnte einige weitere seiner Werke bei Breitkopf&Härtel drucken lassen. 1887 kauften beide ein Haus auf dem Neroberg in Wiesbaden. Während MacDowell im Rhein-Main-Gebiet verstärkte Rezeption erfuhr, wuchs auch das amerikanische Interesse an seinen Werken, so daß er 1888 schließlich mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten zurückkehrte.

Die folgenden Jahre verbrachte er mit erhöhter Kompositions- aber auch Konzerttätigkeit, unter anderem in der Chickering Hall und der Madison Square Garden Concert Hall in New York. Ein Höhepunkt seiner Rezeption und Annerkung als Komponist stellt ein Konzert an der Metropolitan Opera dar (1896). Ebenfalls 1896 erhielt er eine Professur an dem neu begründeten Musik-Departement der Columbia University in New York und erwarb eine Farm in Peterborough, New Hampshire, auf die er sich zum Komponieren zurückzog. Im Dezember 1902 folgte eine weitere ausgedehnte Konzerttour durch die Staaten. 1904 verließ er die Columbia University und setzte seine Lehrtätigkeit als Privatlehrer fort, mußte allerdings diese Tätigkeit wegen ständiger Überarbeitung, völliger Erschöpfung und einer vermutlichen Hirnkrankheit schließlich aufgeben. Trotz mehrerer Aufenthalte auf seiner Farm in Peterborough erfolgte keine Genesung. Edward MacDowell starb am 23. Januar 1908 in New York.