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Konzert
mit Werken von
Edward MacDowell und Edward Elgar
03. und 04. April 2015, 20.30 Uhr
Kellertheater, Mainstraße 2, Frankfurt
Eintritt: 12 € / 6 € (ermäßigt)
Mit:
Eric Lenke
Maximilian Sattler
Anna-Sophie Sattler
Mit Sir Edward Elgar und Edward MacDowell treffen zwei Komponisten aufeinander, deren Musiksprache sich so sehr unterscheidet wie ähnelt. Geprägt von schwerem britisch-royalem Nationalstil einerseits und dem Bestreben andererseits, neue harmonische Klänge in seine Kompositionen einfließen zu lassen, stellt sich die Musiksprache Elgars als ebenso traditionell wie avangardistisch dar. MacDowells Kompositionen hingegen prägen die Leichtigkeit der französischer Klavierschule des ausgehenden 19. Jahrhunderts und zugleich die so einfachen wie zuweilen ungewöhnlichen Harmonien amerkanischer Volkstümlichkeit.
Die Suche nach Neuem, Ungewohnten, der bewußte Einsatz einer einzelnen Harmonie und zugleich das facettenreiche Spiel mit traditionellen Rhythmen prägen die Kompositionen beider Komponisten, und auch darüber hinaus verbindet beide Komponisten ein ähnlicher Werdegang:
Sie erhielten schon in jungen Jahren Unterricht im Klavierspiel, bei Elgar kam später der Geigenunterricht hinzu; eine mögliche Karriere als Solo-Violonist verfolgte er jedoch nicht weiter. Beide unterrichteten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen — Elgar privat, MacDowell privat und an Musikschulen. Sie besuchten zur etwa gleichen Zeit Leipzig, während MacDowell jedoch von Franz Liszt vorspielte und sich von ihm inspirieren ließ, weitere Konzertwerke zu schaffen, entdeckte Elgar Größen wie Schumann und Brahms als seine stilistischen Vorbilder.
Beide Komponisten heirateten eine ihrer Schülerinnen, die jeweils um einige Jahre älter waren als ihre Ehemänner — Musikerinnen, die ihre eigene Karriere zugunsten ihrer Ehemänner aufgaben und sich vollkommen der Organisation und Planung des musikalischen Werdegangs ihrer Ehemänner widmeten. Marian MacDowell überlebte ihren Ehemann um viele Jahre, Alice Elgar hingegen verstarb betagt einige Jahre vor ihrem Ehemann.
Sowohl MacDowell als auch Elgar erhielten aufgrund ihrer vielfachen musikalischen Errungenschaften den Titel des Professors für Musik — Elgar in Birmingham, MacDowell in NewYork —, zogen aber beide das Komponieren der Lehrtätigkeit vor.
Edward MacDowell verstarb bereits mit 47 Jahren, Edward Elgar überlebte ihn um dreißig Jahre — eine Zeitspanne, in der es ihm möglich war, seinen Ruf als herausragender Musiker und Komponist zu festigen und als einer der bedeutensten britischen Komponisten in die Geschichte einzugehen. Auch MacDowell gilt als einer der wichtigsten Vertreter amerikanischer Romantik; die Weltberühmtheit seines britischen Kollegen jedoch konnte er — vielleicht aufgrund seines kurzen Lebens, vielleicht aufgrund seines zurückgezogenen Lebenstils — nicht erlangen.