Szenerie & Requisiten



Szenerie

I thought there was an old Benedictine cloister here...

Schauplatz von Dead Love's Delight ist ein alter Friedhof auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters. Im Verlauf der Handlung durchquert Adalbert Visc. de Griffonceau das gesamte Areal — vom höhergelegenen Randbezirk, in dem sich die Gruft der d'Aulaine-Rosière befindet, hinab zur alten Friedhofskapelle im Zentrum des Friedhofes und weiter zu den Armengräbern in den feuchten Niederungen, von denen er aus zur Gruft der Denise Coudoville und schließlich wieder hinauf zu den Adelsgrüften und der Grablege der Counts de Tivernon gelangt. Die Szenerie beinhaltet somit verschiedene Örtlichkeiten im Freien sowie zwei Innenräume, die beiden Adelsgrüfte.

Im Grusical Dead Love's Delight werden unvereinbare Daseins- und Gedankenwelten miteinander konfrontiert, die durch das Aufeinandertreffen verschiedener Personen und ihrer Zeitepoche entstehen; Text und Kostüme sorgen für eine Individualisierung der einzelnen Charaktere (siehe Kostüme und Libretto). Das von Dorothee A.E. Sattler für die Welturaufführung 2010 entworfene Bühnenbild wurde daher bewußt möglichst einfach gehalten, wobei die Bühnenmöglichkeit des Aufführungsortes berücksichtigt werden mußten.

Die Kulissen bestehen aus vier Wänden, die Mauerwerk mit gotischen Fenstern und einer Tür zeigen. Durch unterschiedliche Anordnung der Wände und Positionierung auf der Bühne ist es möglich, verschiedene Gebäude sowie Innen- und Außenräume darzustellen. Grundlage für die einzelnen Wandelemente waren Photographien spätmittelalterlicher Mauern und Fenster, die mittels Grafikprogrammen das schauerlich-romantische Ambiente von Dead Love's Delight erhielten.
Ergänzt wird die Szenerie durch — gleichfalls bewegliche — Grabsteine, die je nach Szene in ordentlichen Reihen oder wild durcheinander stehen und damit bessere und schlechtere Lagen des Friedhofs zeigen oder aber als Ausstattung der Grüfte dienen. Auch bei den Grabsteinen sind historische Erscheinungsformen mit der Motivsprache der Romantik verbunden. Einige Pflanzen vervollständigen die Außenszenen; Särge und Mobiliar lassen Innenräume erkennen.
Mit dem variablen Einsatz der schlichten Wände und Grabsteine entstehen unterschiedliche Bühnenbilder, ohne dabei von der Handlung und den Darstellern abzulenken. Die Verwendung der immer gleichen Elemente, die dunklen Farbtöne und die Motivik verkörpern die Monotonie der unveränderlichen Welt, in der die Toten von Dead Love's Delight gefangen sind (siehe auch Die Welt von Dead Love's Delight).

Kulisse



Kulisse



Kulisse







Requisiten

How the blade glistens, the sharpness glitters!

Die Handlung von Dead Love's Delight bedarf nicht vieler Requisiten, zumal der Schauplatz — der Friedhof — Gegenstände des alltäglichen Lebens weitgehend ausschließt. Da die Toten ihren Friedhof niemals verlassen, können sie nur Dinge verwenden, die sie sich selbst hergestellt haben, die ihnen ins Grab gegeben wurden oder die Besucher auf dem Friedhof hinterlassen haben. Auffälligste Requisiten der Unterschicht sind die Utensilien der Henchmen. Die Carter besitzt eine Peitsche, die Brewer eine Heugabel, und der Butcher ist mit einem schweren Knüppel ausgerüstet, die sie auch einzusetzen wissen.

Eindrucksvollste Requisiten von Dead Love's Delight sind die Waffen der Adeligen. Wie bei den Kostümen wurden auch die Waffen passend zum Charakter und seiner Zeit ausgewählt, wobei auch hier größtmögliche Echtheit angestrebt wurde: Es handelt sich um echte Waffen, deren Form und Gewicht für eine realistische Erscheinung der historischen Charaktere sorgen.
Marquéz Cab. de Toranjo trägt ein sog. Flammenrapier, eine Waffe, die durch die bizarre Form der Klinge auffällt. Die ungewöhnliche Gestalt entspricht Marquéz' gesellschaftlicher Ungebundenheit und seinem aggressiven Auftreten.
Gleichfalls mit einem Rapier ausgestattet, ist Baron d'Aulaine-Rosière. Sein Rapier entspricht der üblichen Form des Dreißigjährigen Krieges und ist somit zeitgenössisch, was den Baron als reichen Mann, der sich eine neue Waffe leisten konnte, und als aktiven Soldaten ausweist. Sein Verwandter, der Swordsman, trägt ein Schwert, wie es — in Abformen — während des gesamten Mittelalters in Gebrauch war. Bei ihm steht die alte Waffenform für Traditionsbewußtsein und Kampfesstolz, die der Swordsman auch im Tode bewahrt. Gauzelin de Toquenbourgh, der arme Niederadelige, konnte sich zu Lebzeiten kein Schwert leisten und hat ins Grab nur einen Dolch mitbekommen. Auch wenn die Waffe durchaus von guter Qualität ist, sorgt sie für Spott bei den anderen Toten. Ebenfalls einen Dolch besitzt die aus der Renaissance stammende Isabelle Ct. de Tivernon. Als Damenwaffe ist er von zierlicherer Form, aber durchaus einsatzbereit.
Zum Einsatz kommen Schaukampfwaffen, deren solide Verarbeitung und stumpfe Schlagkanten die Sicherheit von Darstellern und Zuschauern gewährleisten. Aus Sicherheitsgründen gibt es in Dead Love's Delight keinen hitzigen Kampf mit Blankwaffen, aber ein spektakuläres Duell mit hölzernen Piles. Über Choreographie und Waffen informiert Das Duell.


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