Als Lehrstück ohne Lehre erzählt der Chor der Feuerwehrleute eine Parabel über die menschliche Gutmütigkeit:

Die Stadt wird von ungeklärten Brandstiftungen heimgesucht,
und Gottlieb Biedermann — Kaufmann, Millionär und Haarwasserfabrikant —
ist zurecht empört.
Unentwegt berichten die Zeitungen von Hausierern, die sich im Dachboden wohlmeinender Bürger einnisten, um sich später als Brandstifter herauszustellen.
In diesem Moment betritt Josef Schmitz die Stube, bedient sich der widerwilligen Gastfreundlichkeit Biedermanns und lädt sich selbst zum Bleiben ein.

Trotz der Warnungen seiner Frau Babette und auch mithilfe seines eigenen gesunden Menschenverstands gelingt es Biedermann nicht, Schmitz zum Gehen zu bewegen, und am nächsten Tag sind es bereits zwei Fremde, die im Dachboden hausen. Zu allem Überfluß hat
Schmitz‘ Freund — Wilhelm Maria Eisenring, Oberkellner und ehemaliger Gefängnisinsasse — auch noch seine Benzinfässer auf Biedermanns Dachboden gestapelt

Gefangen in der Gutgläubigkeit,
man könne Übeltäter durch bloße Freundschaft von ihren Handlungen abbringen, verstrickt sich Biedermann immer weiter in den Fängen
der beiden Fremden, und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Die Feuersirenen heulen bereits, als er noch mit den beiden Bruderschaft trinken möchte und sie als Zeichen seiner Freundschaft mit Streichhölzern versorgt.

Doch die Parabel hat auch ein Nachspiel: Biedermann und Babette finden sich in der Hölle wieder,
die von alten Bekannten geführt wird.
Dort ist nichts, wie es sein sollte, und die Teufel selbst revoltieren gegen die Trivialität eines Jenseits‘, das mit nichts als gutbürgerlichen Irrtümern angefüllt ist.

nach oben