Biographie

Amy Cheney wurde am 5. September 1867 in Henniker, New Hampshire geboren als Tochter des Geschäftsmanns Charles Cheney und der Musikerin Clara Imogene Cheney geboren. Frühzeitig bereits erkannte man bei ihr hohes musikalisches Talent, was sich unter anderem in ihrem absoluten Gehör äußerte und dem fehlerfreien Improvisieren zweiter Stimmen zu den Liedern, die ihre Mutter sang. Mit vier Jahren spielte sie die Melodien nach, die ihre Mutter auf dem Klavier übte, erhielt daraufhin den ersten Klavierunterricht und trat im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal öffentlich auf.
Ihre Eltern förderten zwar ihre musikalische Ausbildung, unterstützten jedoch nicht ihren Wunsch, Musik als professionellen Beruf zu erlernen. Erst mit sechzehn Jahren gab sie daher ihr erstes großes Konzertdebut, und zwar in der Boston Music Hall, bei dem ihre pianistischen Fertigkeiten in höchstem Maße gelobt wurden. Zu ihren Lehrern zählten Ernst Perabo und der Liszt-Schüler Carl Baermann.
Zwei Jahre später, 1885, heiratete sie den um viele Jahre älteren Arzt Dr. Henry Beach, der ihr weitere Konzerttätigkeit untersagte und sie ermutigte, sich stattdessen der Komposition zu widmen. Im Selbststudium erarbeitete sie sich die wichtigsten technischen Grundlagen des Komponierens und verfaßte in den folgenden Jahren zahlreiche Werke, darunter überwiegend Lieder und Klavierstücke, aber auch Chorwerke und ihre Symphony in E-Moll (Gaelic Symphony), die erste bekannte Symphony, die von einer Frau geschrieben wurde. Weitere Kammermusikwerke folgten, die durchweg mehr als positive Kritiken erhielten.

Nach dem Tod ihres Mannes 1910 reiste Beach für mehrere Jahre nach Europa, um ihre Kompositionen dem europäischen Publikum vorzustellen, unter anderem in Leipzig und Berlin, und begann auch wieder mit eigener Tätigkeit. Bis zu ihrer Rückkehr nach Amerika 1914 hatte sie sich in Deutschland, Frankreich und England einen Ruf als exzellente Pianistin und herausragende Komponistin erarbeitet. Als Teil der Second New England School (auch die Boston Six genannt), die sich in Boston um den Komponisten Edward MacDowell gruppierten, galt sie als Wegbereiter für einen neuen, romantischen amerikanischen Kompositionsstil und erhielt mehrere Ämter, darunter eine Ehrenprofessur und den Vorsitz der Society of American Women Composers.
Bis zu ihrem Tod setzte sie sich unterstützend für junge Künstler und Kollegen ein, überwiegend Frauen, und engagierte sich in der aufkommenden Frauenrechtsbewegung. 1940 trat sie aus gesundheitlichen Gründen von ihren Ämtern zurück und starb am 27. Dezember 1944 in New York an Herzversagen.

Ihre Werke gerieten nach ihrem Tod zunehmend in Vergessenheit; erst das Interesse an Genderforschung Mitte der 90er Jahre ließ eine rege Aufführungspraxis ihrer Werke wieder aufleben. Im Jahr 2000 wurde sie in Boston für ihre Errungenschaften geehrt.